Bodengleiche Duschen sind 2026 im Sanierungs- und Neubaugeschäft Alltag. Wer als SHK-Betrieb oder Fachhandel die Entwässerung plant, muss heute zwei Dinge bedenken: die Zulaufmenge der Armaturen und die tatsächliche Ablaufleistung der Duschrinnen. Dieser Artikel zeigt, was hinter den Zahlen steckt – und worauf es bei Angebot und Montage ankommt.

1. Zulauf bestimmen
Moderne Walk-in-Duschen werden häufig mit großflächiger Kopfbrause (200–300 mm) und separater Handbrause geplant. In der Praxis laufen beide Kreise oft gleichzeitig.
- Kopfbrause 300 mm: je nach Druck und Regler 15–20 L/min.
- Handbrause zeitgleich: 8–12 L/min.
- Spitzen-Zulauf: 23–32 L/min, kurzzeitig höher bei Abschaltvorgängen im Mischventil
Entscheidend: Nicht der Nenndurchfluss der Armatur ist maßgebend, sondern der projektierte Gleichzeitigkeitsfall. Wer sicher dimensioniert, legt den Planungsfall auf Simultanbetrieb aus.
2. Ablaufleistung richtig lesen
Herstellerangaben zu Duschrinnen sind nicht normidentisch vergleichbar. Beachten Sie drei Punkte:
- Bezugsgröße: DIN EN 1253-1 prüft Ablaufvermögen in Abhängigkeit von der Aufstauhöhe über dem Rost. Viele Verkaufsangaben beziehen sich auf einen Messpunkt (z. B. 20 mm Stauhöhe) – das ist nicht die Leistung im eingebauten Zustand.
- Hydraulische Kennlinie, nicht Einzelwert: Leistung steigt nicht linear mit der Stauhöhe. Eine Rinne, die bei 20 mm 45 L/min schafft, läuft bei niedrigerem Aufstau im Gefällebereich spürbar schwächer. Fordern Sie die Kennlinie beim Hersteller an.
- Reinigungszustand: Haare, Seifenrückstände, Teilversatz der Abdeckung reduzieren die effektive Querschnittsfläche. Praxisgerechte Dimensionierung rechnet mit Reserve.
3. Warum 45 L/min ein sinnvoller Bemessungswert ist
45 L/min = 0,75 L/s. Bezogen auf den Zulauf oben bleibt ein Puffer:
- Zulauffall 30 L/min → Ablaufreserve vorhanden
- Zulauffall 32 L/min, kurzzeitige Spitzen → Rinne muss mehr abführen als zufließt, sonst Stau im Duschbereich
Wichtig: Ablaufleistung der Rinne nützt nichts, wenn das Abwasser hinter dem Ablaufstutzen gestaut wird. Prüfen Sie die gesamte Kette.

4. Rohrseitig nicht zum Flaschenhals machen
Ablaufstutzen DN40/DN50 am Duschrinnenkörper ≠ Förderleistung der Hausentwässerung.
- Empfohlene Zuordnung: Rinnenanschluss DN50, Fallstrang/Druckleitung entsprechend DIN 1986-100 auslegen, Gefälle 1–2 %, Verlegelänge und Höhenversatz beachten
Montagehinweis: Anschlussstutzen, Dichtungsebene und Membrananschluss vor dem Verfliesen fixieren. Höhenverstellbarer Rahmen/Stützfußsysteme erlauben die Feinjustage nach Fertigbodenhöhe – das vermeidet Nacharbeit bei Toleranzen im Estrich.
5. Fehler, die Überflutung verursachen – und wie Sie sie vermeiden
- Unterdimensionierte Rinne verkauft: Ersatztyp mit 30 L/min in Projekten mit Regenbrause – nachrüsten kostet Zeit. Bemessung dokumentieren.
- Falscher Siphon/Blende: Reduzierung am Stutzen, Knicke im Ablaufrohr, zu langer waagerechter Lauf. Hydraulisch kurzen Weg bauen.
- Gefälle ins falsche Eck: Rinne nicht am tiefsten Punkt der Ebene. Vorab Gefälleplan mit Fliesenleger abstimmen.
- Abdichtung vs. Montage: Dichtschlämme/Membrananschluss erst nach Funktionsprobe, nicht vorher überdecken.
Fazit für den Vertrieb
Für Fachhandel und SHK-Dienstleister zählt eines: das System vor Ort einstellen zu können, Demontage/Wartung zuzulassen und ausreichende Ablaufleistung mitzugeben. Ein Modell mit höhenverstellbarem Rahmen, Tile-in-Abdeckung und geprüfter Ablaufleistung reduziert Callbacks – im Altbau wie im Neubau.
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